Zyklopeptide zur Therapie der anti-TSH-Rezeptor-induzierten Schilddrüsen-Überfunktion (M. Basedow)

Bei Patienten mit M. Basedow richten sich Auto-Antikörper gegen körpereigene TSH-Rezeptoren in der Schilddrüse und aktivieren diese ähnlich wie das natürlich vorkommende Thyroid-stimulierende Hormon (TSH). Dies führt zu einer chronischen Überstimulation dieser wichtigen regulatorischen Rezeptoren, und nachfolgend zu Schilddrüsen-Überfunktion.

Neue zyklische Peptide verhindern die Effekte der stimulatorischen Antikörper. In Krankheitsmodellen waren sie in der Lage, die Entwicklung der Schilddrüsen-Erkrankung und auch die besonders schwer behandelbare Augenbeteiligung bei dieser Erkrankung („endokrine Orbitopathie“) zu verhindern und sogar vollständig zu beseitigen, wie kürzlich in einer Fachzeitschrift veröffentlicht (Faßbender et al., Thyroid 2019; 29(2):258-267). Weitere präklinische Untersuchungen inkl. verschiedener Hochdosis-Sicherheitsstudien ergaben keine relevanten Probleme, keine Immunogenität, und günstige Pharmakokinetik. Nach Einreichung aller relevanten Dokumente (u. a. “investigator´s brochure” und “IMPD”) über das Portal des Europäischen Arzneimittelinstituts (EMA) an das Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit (BfArM) erhielten wir die Bestätigung, dass eine  klinische Studie in Menschen prinzipiell für möglich erachtet wird, und begonnen werden kann, sobald die finale Abfüllung des bestehenden, gemäß „good manufacturing practice“ (GMP)-produzierten TSHR-Peptids vollständig freigegeben wurde. Dieser Meilenstein entspricht dem  “investigational new drug” (IND)-Status der US-Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration – FDA).